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Bekenntnisse | Reformierte Bekenntnisse | RB 7: Die Berner Thesen

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ref-credo.ch

RB 7: Die Berner Thesen

In altem Deutsch
  1. Die heilig Christenlich Kilch, deren einig houpt Christus, ist us dem wort Gots geborn, im sel­ben belibt sy und hoeret nit die stimm eines froembden.
  2. Die Kilch Christi machet nit gesatz und bott on gottes wort. Deszhalb all menschen satzungen, so man nempt der Kilchen pott, uns nit wyter bindent, dann sy in goettlichem wort gegründt und potten sind.
  3. Christus ist unser einige wyßheit, gerechtigkeit, erloesung und bezalung für aller wellt sünd. Deßhalb ein andern verdienst der saeligkeit un gnueg thuon für die sünd bekennen, ist Chri­stum verleugnen.
  4. Das der lyb und das bluot Christi waesenlich und liblich in dem brot der Dancksagung empfan­gen werde, mag mit Biblischer geschrifft nit bybracht werden.
  5. Die Maess, jetz im bruch, darin man Christum Gott, dem vatter für die sünd der laebendigen und todten uffopfere, ist der geschrifft widrig, dem aller heiligosten opffer, liden und sterben Christi ein lesterung und umb der mißbrüchen willen ein grüwel vor Gott.
  6. Wie Cristus ist allein für uns gestorben, also sol er ein einiger mitler und fürsprech zwüschen Gott, dem vatter, und uns gloeubigen angeruefft werden. Deszhalb all ander mittler und für­sprechen uszerthalb disem zyt anzerueffen, von uns on grund der geschrifft usfgeworffen.
  7. Das nach disem zyt dhein Faegfhür in der gschrifft erfunden wirt. Desshalb all todten dienst als Vigill, Seelmaess, Seelgraet, Sibend, Triszgost, Jarzit, amplen, kertzen und der glichen vergeblich sind.
  8. Billder machen zuo vererung, ist wider Gottes wort nuews und alts Testaments. Deszhalb wo sy in gefar der vererung fürgestellt, abzethuond syend.
  9. Die heilig Ee ist keinem stand verbotten in der gschrifft, sunder huory und unküscheit zever­miden allen staenden potten.
  10. Diewyl ein offenlicher Huorer nach der geschrifft im waren Bann, so volget, das unküscheit und huory der ergernuss halb keinem stand schaedlicher dann priesterlichem.
  11. Alles Gott und sinem heiligen wort zuo eren.

In gegenwärtigem Deutsch
  1. Die heilige christliche Kirche, deren einziges Haupt Christus ist, ist aus dem Worte Gottes geboren, bleibt in demselben und hört nicht die Stimme eines Fremden.
  2. Die Kirche Christi macht keine Gesetze und Gebote ohne Gottes Wort. Deshalb binden alle Menschensatzungen, die man Kirchengebote nennt, uns nicht weiter, als sie im göttlichen Wort begründet und geboten sind.
  3. Christus ist unsere einzige Weisheit, Gerechtigkeit, Erlösung und Bezahlung für aller Welt Sünde. Deshalb bedeutet, einem anderen Verdienst zur Seligkeit und Genugtuung für die Sün­de zu bekennen, Christus zu verleugnen.
  4. Dass der Leib und das Blut Christi wesentlich und leiblich in dem Brot der Danksagung em­pfangen werden, kann mit biblischer Schrift nicht behauptet werden.
  5. Die Messe, wie sie jetzt im Gebrauch ist, worin man Christus Gott dem Vater für die Sünden der Lebendigen und Toten aufopfere, ist der Schrift zuwider, gegen das allerheiligste Opfer, Leiden und Sterben Christi eine Lästerung und um der Missbräuche willen ein Greuel vor Gott.
  6. Wie Christus allein für uns gestorben ist, so soll er als ein einziger Mittler und Fürsprecher zwischen Gott dem Vater und uns Gläubigen angerufen werden. Deshalb wird die Anrufung aller anderen Mittler und Fürsprecher im Jenseits von uns ohne Begründung der Schrift ver­worfen.
  7. Dass nach dieser Zeit kein Fegefeuer in der Schrift zu finden ist. Deshalb sind alle Gottesdien­ste für die Toten wie etwa Vigilien, Totenmessen, Stiftungen, Seelenämter am siebten und am dreissigsten Tag, Jahrestage, Lampen und Kerzen und dergleichen vergeblich.
  8. Bilder zur Verehrung zu machen, ist wider Gottes Wort Neuen und Alten Testaments. Deshalb sind sie, wo die Gefahr besteht, dass sie zur Verehrung aufgestellt sind, abzutun.
  9. Die heilige Ehe ist keinem Stand in der Schrift verboten, sondern Hurerei und Unkeuschheit zu meiden, ist allen Ständen geboten.
  10. Weil ein öffentlicher Hurer nach der Schrift im wahren Bann ist, so folgt, dass Unkeuschheit und Hurerei wegen ihres Ärgernisses keinem Stand schändlicher ist als dem priesterlichen.
  11. Alles Gott und seinem heiligen Wort zu Ehren.



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