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Minarettinitiative: 10 Fragen - 10 Antworten
Gibt es einen "Kampf der Kulturen" und warum nicht?
«Man schafft die kniffligen Fragen der pluralen Gruppen und multiplen Loyalitäten dadurch aus der Welt, dass man jeden Menschen in genau eine Zugehörigkeit presst und die ganze Fülle eines reichen menschlichen Lebens schematisch auf die Behauptung reduziert, der Mensch sei von Natur aus nur in seinem ‹Rudel› situiert.»
Amartya Sen
Bereits 1993 publizierte der US-amerikanische Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington seine These vom «Clash of Civilisation». Aber erst nach dem 11. September 2001 wurde sie unter dem irrigen Titel «Kampf [anstatt Zusammenprall] der Kulturen» zur konservativ-diskriminierenden Idee einer angeblich überlegenen ‹westlichen Kultur› («the West versus the rest») hochstilisiert.Die These Huntingtons scheitert aber bereits an ihren falschen Voraussetzungen. Sie muss nämlich erstens unterstellen, es gäbe eine klar abgegrenzte und definierbare ‹westliche Welt›, eine ‹islamische Welt›, eine ‹Hindu-Welt›, eine ‹Buddhismus-Welt› etc. Und sie muss zweitens behaupten, dass jeder Mensch auf unserem Globus exakt und ausschliesslich zu einer dieser Welten gehört. Beide Unterstellungen sind unzutreffend, nicht erst heute in einer globalisierten Welt, sondern seitdem Menschen ein Bewusstsein davon haben, dass sie nicht die einzigen Menschen auf der Welt sind.
Einen «Kampf der Kulturen» gibt es deshalb nur in Form einer Ausgrenzungspolitik, die mit allen Mitteln versucht, eine «Begegnung der Kulturen» zu denunzieren oder zu verhindern.
...nächste Frage: Was ist christlich am sogenannten ‹Christlichen Abendland›?
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