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Ernst Moritz Arndt (1819): Ich weiss woran ich glaube
Ich weiss, woran ich glaube,
ich weiss, was fest besteht,
wenn alles hier im Staube
wie Sand und Staub verweht.
Ich weiss, was ewig bleibet,
wo alles wankt und fällt,
wo Wahn die Weisen treibet
und Trug die Klugen prellt.
Ich weiss, was ewig dauert,
ich weiss, was nie verlässt,
mit Diamanten mauert
mir’s Gott im Herzen fest;
ja recht mit Edelsteinen
von allerbester Art
hat Gott der Herr den Seinen
des Herzens Burg verwahrt.
Ich kenne wohl die Steine,
die stolze Herzenswehr;
sie funkeln ja mit Scheine
wie Sterne schön und hehr:
Die Steine sind die Worte,
die Worte hell und rein,
wodurch die schwächsten Orte
gar feste können sein.
Auch kenn ich wohl den Meister,
der mir die Festung baut,
er heisst der Held der Geister,
auf den der Himmel schaut,
vor dem die Serafinen
anbetend niederknien,
um den die Engel dienen:
Ich weiss und kenne ihn.
Das ist das Licht der Höhe,
das ist der Jesus Christ,
der Fels, auf dem ich stehe,
der diamanten ist,
der nimmermehr kann wanken,
der Heiland und der Hort,
die Leuchte der Gedanken,
die leuchtet hier und dort.
Drum weiss ich, was ich glaube,
ich weiss, was fest besteht,
und in dem Erdenstaube,
nicht mit als Staub verweht;
ich weiss, was in dem Grauen
des Todes ewig bleibt
und selbst auf seinen Auen
des Himmels Blumen treibt.
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